Erstmal 150 KM Autobahn hinter mich bringen. Anfänglich war es zäh, später zäher, letztlich sehr zäh. Ich mag es nicht geradeaus zu fahren (eine kleine Parallele zu meinem Leben). 

Ich schützte mich während der Fahrt gegen die 21 Grad Kälte, durch kniehohe Socken(ein Markenzeichen deutscher Urlauber) und eine kleine Weste. 

Ich nahm die erste Ausfahrt nachdem ich die deutsche Grenze überschritten hatte und verschnaufte. 

Der morgendlich notwendige Kälteschutz wurde entfernt. Ich spürte die 30 Grad der Mittagssonne.

Mit leichter Kleidung trödelte ich über kleine und wunderschöne Landstraßen in Richtung Prenzlau. Durch das Abbiegen auf eine kleinste Nebenstraße hatte ich das Glück wieder in die DDR zu fahren. 
Ich fand eine Kantine, wunderschön, offensichtlich war das ganze Inventar, incl. Mitarbeiter, von damals. Sie waren freundlich, das Essen, Leber mit Kartoffelbrei, ist super lecker. Ich versank in Gedanken und freute mich, dass es sowas noch gibt.

Und die Schorfheide. Sie war bezaubernd, viele kleine Seen, noch kleinere Dörfchen und das anhaltende Gefühl, die Zeit wäre stehengeblieben.

Dort verweilte ich dann auch für eine Nacht, im Ringhotel Schorfheide. Es war lt. Rezeptionistin eine alte Kaserne, mitten im Wald, architektonisch ein Augenschmaus. 

Jedoch kämpfte die Architektur mit der Hitze. Die vielen Glasflächen ließen das Hotel zum Gewächshaus werden. Die Zimmer boten nicht den 4 Sterne Luxus polnischer Hotels, keine Klimaanlage, nicht mal eine Ablufteinrichtung für das Bad, ohne Dusche. Ernüchterung machte sich breit. 

Ich ging joggen, bei über 30 Grad, im Schatten. Es lief, im wahrsten Sinne des Wortes. Frisch gewässert traf ich am Hotel ein und trat in meine, eigens für mich zur Verfügung gestellte, Sauna, mein Zimmer.
Das Duschen war sinnlos, mit einem kleinen Spaziergang zum See, vor dem Abendessen, mochte ich den Tag gedanklich aufarbeiten und mich auf kommende Aufgaben einstimmen. 

Und hier, ja es ist immer etwas, traf ich auf Zäune, Zäune, Zäune. 
Am Werbelinsee schien man den Gedanken der DDR weiterleben zu wollen. Emotional angespannt erreichte ich, nach einem riesigen Umweg, endlich eine Tränke, wo ich durch zwei Berliner Weiße besänftigt wurde. Ausgeglichen suchte ich den 100 Meter breiten, öffentlich zugänglichen, Abschnitt des Sees(sicher gab es weitere Zugänge, jedoch nicht in meiner Nähe).

Die freundliche Bedienung und der wunderschöne Außenbereich des Hotels ließen das Abendessen zur Freude werden. Mit einem halbtrockenen Wein genoss ich die Speisen des Buffets. 
Ich übertrieb, insgesamt 5 Nachspeisen musste mein Magen aufnehmen. Immerhin war ich joggen, somit war es, rein gedanklich, ja nicht so schlimm.

Wermutstropfen. Wenn man während einer Tour Emails vom Steuerbüro bekommt und man sich über die Sinnlosigkeit der Mehrwertsteuersenkung, als vermeintliche Entlastung, zu spüren bekommt. Für Selbstständige ist es letztlich mehr Aufwand, wegen eines halben Jahres steuerlicher „Erleichterung“ (ich lache gerade lauthals) alle Dauerrechnungen und Rechnungen ändern zu müssen.